Milchsauer eingelegt

14. November 2019 0 Von Raw Spirit

Milchsauer eingelegt

(Rating: 87%)


“Milchsäuregärung zuhause: Gemüse gesund und schnell haltbarmachen. Gemüse milchsauer einzulegen ist eines der natürlichsten und ältesten Verfahren zur Vorratshaltung. Da milchsauer vergorenes Gemüse, oftmals auch als Heilnahrung bezeichnet, in Lebensmittelläden kaum erhältlich ist, heißt die Devise: Selbermachen. Wie es geht und welche Speisen sich damit bereichern lassen, wird ausführlich in diesem Buch beschrieben. Mit Kurzporträts von über 30 Gemüsearten, die sich zum milchsauren Einlegen eignen, und mit vielen Rezepten.”



Heute stelle ich Euch das Buch „Milchsauer eingelegt“ von Claudia Lorenz Ladener vor. Das Buch ist im Ökobuch Verlag 2014 in 1. Auflage erschienen. Ich war ja auf dem veganen Sommerfest in Berlin und dort hat mir so ein Rohkost Koch wieder Appetit auf Fermentation gemacht. Also gleich bei Amazon gesurft und das Buch mit den besten Bewertungen rausgesucht und nun halte ich es in den Händen.

Ich habe es direkt an einem Tag verschlungen. Fangen mit den positiven Dingen an. Das Buch ist zum einen wirklich komplett. Das bedeutet sowohl die Geschichte, als auch das Einlegen an sich, sowieso die Behandlung von verschiedenen Lebensmitteln, als auch im letzten Abschnitt sogar noch ein paar Rezepte sind enthalten. Das wirklich Besondere daran ist, dass die Autorin nicht nur bei den Lebensmitteln die sachlichen Infos runterrattert, sondern wirklich sich auch persönlich mit ihren Erfahrungen zu Wort meldet. Und das schöne daran ist, dass man hier darauf vertrauen kann, dass dies persönliche Erfahrungen sind, da sie eben nicht zu jedem Gemüse etwas schreibt.

Die Informationen sind kurz gehalten und sehr deutlich geschrieben. Was gerade vor dem Hintergrund wichtig ist, dass man beim Fermentieren nicht sofort eine direkte Rückmeldung seines Schaffen erhält sondern normalerweise ein paar Wochen warten muss. Das Buch enthält nicht nur die Informationen zum Fermentieren, sondern auch zum Anbau und der Ernte. Das bedeutet mit dem Buch hat man das Wissen um mit seinen Kleingarten die Fermentation von A bis Z alleine zu bewerkstelligen.

Besonders anzumerken ist etwas, was gar nicht so recht in Worte zu fassen ist. Die Autorin schafft es eine Begeisterung, eine Neugier und eine wirkliche Faszination für das Thema zu generieren und man ist versucht direkt Töpfe, Gewürze und Co zu bestellen. Aber ich habe mich glücklicherweise zurück halten können und erstmal mit ein paar kleinen Versuchen angefangen. Das Buch hat einen harten Einband und vom Stil erinnert es so ein wenig an die alte Zeit. Was bei mir die 70iger und 80iger Jahre sind. Die Seiten sind fast alle mit schönen Fotos bedruckt und die Seiten fühlen sich sehr wertig an, als ob das Papier noch mit irgendeiner wasserabweisenden Schutzschicht überzogen wäre. Eine richtig tolle Aufmachung.

Kommen wir nun zu den negativen Dingen. Derer gibt es nicht wirklich viele. Ein Punkt ist sicher dass der Großteil der Rezepte mit tierischen Inhaltsstoffen gemacht wurde und somit ein wenig an meinem Zeitgeist vorbeigeht und ich damit eben nichts anfangen kann. Dann hätte ich mir beim Anbau auch etwas detailiertere Informationen gewünscht, aber da ich eh schon positive überrascht war das überhaupt zu finden ist dies auch zu verschmerzen. Was ich aber wirklich schon vermisst habe war eine Nennung der besonders gut geeigneten Sorten, welche sich besonders gut einlegen lassen, denn da gibt es wie ich erfahren habe sehr wohl Unterschiede. Auch hätte man sicher auch ein paar Krauthobel vergleichen können und wie man die Qualität derer erkennt.

Das Buch ist trotzdem als Einsteigerbuch für angehende Fermentierer eine absolute Empfehlung! Wer vegan unterwegs ist wie ich, für den ist der Rezepteteil fast komplett unbrauchbar. Insgesamt gibt es für mich stolze 87%!

Link zum Buch bei Amazon

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Samu

Raw Spirit